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Vortrag: Vom Umsetzer zum Orchestrator – die neue Rolle der IT

Keynote am Interkantonalen Weiterbildungstag für Informatik-Fachkundelehrpersonen in Zürich: meine Thesen zur Zukunft der IT in Zeiten von KI, mit konkreten Beispielen aus der Praxis.

Zeitraum Mai 2026
Ort Zürich
Keynote am Interkantonalen Weiterbildungstag für Informatik-Fachkundelehrpersonen 2026 in Zürich

Am Interkantonalen Weiterbildungstag für Informatik-Fachkundelehrpersonen in Zürich durfte ich vor rund sechzig Teilnehmenden eine Keynote zur Zukunft der IT halten. Der Anlass bringt Lehrpersonen aus der Informatik-Fachkunde schweizweit zusammen.

Der Titel meiner Keynote: «Vortrag: Vom Umsetzer zum Orchestrator – die neue Rolle der IT»

Meine zentrale These: IT muss sich stärker als Rahmengeber verstehen. Nicht mehr als reine Umsetzungsinstanz, sondern als interne Beratung, die in dieser Fülle neuer Möglichkeiten durch KI die besten Lösungen für das Business findet und zugänglich macht. Fachabteilungen sollen eigenständig Dinge umsetzen können; IT schafft dafür den sicheren Rahmen.

Slides der Keynote zur Zukunft der IT am Interkantonalen Weiterbildungstag 2026

Drei Kernthesen habe ich in meiner Keynote entwickelt:

  • Loslassen: IT fokussiert sich auf den Kern
    KI-fähige NoCode-Tools ermöglichen es heute, dass Teams in Marketing, Sales oder Customer Support eigenständig Prozesse aufbauen und anpassen, ohne jedes Mal Entwicklungsressourcen zu binden. Das bedeutet nicht Kontrollverlust, sondern Entlastung. Die IT kann sich auf das konzentrieren, was wirklich tief verankert sein muss: stabile Plattformen, Integrationen und Sicherheit. Als konkretes Beispiel habe ich gezeigt, wie eine individuelle Angebotserstellung über ein Formular mit KI-Verarbeitung vollständig in Teams abgebildet werden kann: kein Code, flexibel anpassbar, skalierbar.
  • Rahmen setzen: der echte Hebel liegt im Kontext
    Das KI-Dreieck aus Modell, Prompt und Kontext ist das neue Fundament jeder IT-Strategie. Während früher Syntaxwissen und Detailumsetzung zählten, verlagert sich der Wert heute hin zu Kontext-Engineering und Wissensmanagement. IT muss entscheiden: Welche Modelle kommen zum Einsatz? Welche Daten, Dokumente und APIs werden als Kontext bereitgestellt? Welche Governance-Regeln gelten? Als Beispiel diente ein lebendes Wissensmanagementsystem für eine Versicherungsgeneralagenz, RAG-basiert, tief integriert und für die Fachbereiche transparent nutzbar.
  • Nicht bremsen: Ermöglichen statt verwalten
    Von der Code-zentrierten Lösungsfindung hin zur Plattformarbeit. Von Syntaxwissen als Differenzierung hin zu Governance und Orchestrierung. Die Verschiebung ist fundamental: Der Engpass liegt nicht mehr in der Ausführung, sondern in der Koordination. IT, die das erkennt und sich als Enabler versteht, wird zum strategischen Partner statt zum Flaschenhals. Lovable als Beispiel für ein Tool, das ich fürs Business zugänglich gemacht habe, illustriert, wie niedrig die Hürde bereits heute ist.

Den Abschluss bildete ein Ausblick auf Agentic Commerce und was API-fähige Systeme, saubere Daten und strukturierter Kontext für alle KI-Szenarien bedeuten, ob Kundenschnittstelle, interne Assistenten oder automatisierte Prozesse. Die Grundlage ist immer dieselbe.

Im Anschluss an die Keynote gab es eine lebhafte und zum Teil kontroverse Diskussion. Die Fragen zeigten, wie nah das Thema den Anwesenden ist: zwischen dem Wunsch nach klaren Antworten und der Erkenntnis, dass wir alle gerade gemeinsam herausfinden, wohin diese Entwicklung führt.

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